From: Subject: maotsetung Date: Mon, 20 Sep 2004 21:14:22 +0200 MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/html; charset="Windows-1252" Content-Transfer-Encoding: quoted-printable Content-Location: file://C:\AOL%20Downloads\040731%20maotsetung.htm X-MimeOLE: Produced By Microsoft MimeOLE V6.00.2800.1165 maotsetung
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Wie die Titoisten Kommunisten in = KZs=20 sperrten und folterten

Quelle: ROTER MORGEN online 9, = 2003 mehr<= /A>

Die Mao=20 Tse-tung-Legende

Mao lobt Tito und entschuldigt = sich=20 sogar

=84Bei der = Vorstellung, dass=20 irgendjemand ein Jahrzehnte altes Schlagwort (gemeint = ist=20 "Kampf gegen den US-Imperialismus", Redaktion = K-online), das=20 auf jeder chinesischen Wandzeitung zu lesen war, ernst = nehmen=20 k=F6nnte, brach Mao in schallendes Gel=E4chter aus = und  Tschou = stimmte ein. Im=20 Umgang mit uns spielte die Ideologie f=FCr die = chinesischen=20 F=FChrer keine Rolle.=93 

(Henry A. = Kissinger,=20 =91Memoiren=92, 1968-1973=92, M=FCnchen 1979,  S.=20 1125)

Cold=20 War International History Project

Virtual=20 Archive

http://wwics.si.edu/index.cfm?fuseaction=3Dlibrary.document&t= opic_id=3D1409&id=3D157

Protokoll des Gespr=E4chs, = das Mao=20 Tse-tung mit einer Delegation des Kommunistischen Bundes=20 Jugoslawiens in Beijing (Peking) im September 1956=20 f=FChrte 

(der genaue Tag ist im Protokoll nicht=20 angegeben)

Quelle: Mao Zedong waijiao wenxuan = (ausgew=E4hlte=20 diplomatische Dokumente Mao Tse-tungs, Beijing (Peking), The = Central=20 Press of Historical Documents, =20 1993, SS. 251-262. Aus dem Chinesischen von Zhang Shu = Guang=20 und Chen Jian =FCbersetzt. 

Mao Tse-tung: =84Wir begr=FC=DFen Euch hier in = China. Wir sind sehr=20 froh, dass Ihr uns besucht. Wir sind von Euch, aber auch von = anderen=20 Bruderparteien unterst=FCtzt worden. Wir unterst=FCtzen Euch = uneingeschr=E4nkt, genauso wie wir all die anderen = Bruderparteien=20 unterst=FCtzen.

  =20 In der Welt von = heute bleibt=20 die marxistische und kommunistische Front geschlossen, sei = es dort,=20 wo Erfolge erzielt wurden oder noch nicht erzielt wurden. Es = gab=20 jedoch Zeiten, als wir nicht so vereint waren; es gab = Zeiten, als=20 wir Euch im Stich gelassen haben. Wir h=F6rten uns die = Meinung des=20 Kominformb=FCros (Nachfolgeorganisation der Komintern = =DCbers.) an in=20 der Vergangenheit. Obwohl wir uns nicht an dem B=FCro = beteiligten,=20 hatten wir Schwierigkeiten, es nicht zu = unterst=FCtzen.

  =20 1949 verurteilte = das B=FCro Euch=20 als Schl=E4chter und als Faschisten in der Art der = Hitlerfaschisten=20 und wir schwiegen zu der Resolution, die Euch verurteilte, = ja wir=20 schrieben 1948 Artikel, die Euch kritisierten.

  =20 Aus der = R=FCckschau betrachtet,=20 h=E4tten wir das nicht tun sollen; wir h=E4tten diese = Angelegenheit mit=20 Euch diskutieren sollen: Wenn einige Eurer Ansichten = unrichtig=20 waren, dann h=E4tten wir Euch die Gelegenheit geben sollen,=20 Selbstkritik zu =FCben; und es gab =FCberhaupt keinen Grund, = sich in die=20 Kontroverse zu begeben, wie wir es getan haben. Das gleiche = gilt f=FCr=20 uns: Wenn Ihr mit uns nicht einer Meinung seid, dann solltet = Ihr das=20 Gleiche tun, das hei=DFt, Ihr solltet eine Methode der = =DCberzeugung und=20 Beratung w=E4hlen. Es gab bislang noch nicht so viele = Beispiele=20 erfolgreicher F=E4lle, in denen man ausl=E4ndische Parteien = in Zeitungen=20 kritisiert. Euer Fall liefert eine gr=FCndliche historische = Lektion=20 f=FCr die internationale kommunistische Bewegung. Obwohl Ihr = darunter=20 gelitten habt, hat die internationale kommunistische = Bewegung aus=20 diesem Fehler ihre Lektion gelernt. Die internationale=20 kommunistische Bewegung muss die Schwere dieses Fehlers voll = und=20 ganz verstehen.

  =20 Als Ihr angeboten = habt, das=20 neue China anzuerkennen, reagierten wir nicht und  lehnten das = Angebot auch=20 nicht ab. Zweifellos h=E4tten wir das Angebot auch nicht = ablehnen=20 sollen, weil es keinen Grund gab, dies zu tun. Als = Gro=DFbritannien=20 uns anerkannte, sagte wir dazu nicht nein. Wie konnten wir = eine=20 Ausrede erfinden, um die Anerkennung durch ein = sozialistisches Land=20 abzulehnen?

  =20 Es gab da aber = noch einen=20 Grund, der uns davon abhielt, auf Euch zu reagieren: Die=20 sowjetischen Freunde wollten nicht, dass wir mit Euch = diplomatische=20 Beziehungen aufnahmen. Wenn dem so war, war China dann ein=20 unabh=E4ngiger Staat? Ja, nat=FCrlich. Wenn wir unabh=E4ngig = waren, warum=20 haben wir uns dann an ihre Anweisungen gehalten? Meine = Genossen als=20 uns die Sowjetunion bat, ihnen damals zu folgen, war es = f=FCr uns=20 schwer, dies abzulehnen. Das lag daran, dass es zu der Zeit = einige=20 Leute gab, die behaupteten, dass es zwei Titos auf der Welt = gab:=20 einen in Jugoslawien, den anderen in China, auch wenn = niemand eine=20 Resolution verabschiedete, dass Mao Tse-tung ein Tito war. = Ich habe=20 einmal den sowjetischen Genossen gegen=FCber gesagt, dass = sie  den Verdacht = hegten, dass=20 ich ein halber Tito sei, aber sie wollten das nicht = wahrhaben. Wann=20 entfernten sie das Schild von dem halben Tito wieder von = meinem=20 Kopf? Das  = Schild wurde=20 entfernt, als China beschlossen hatte, Amerika in Korea = Widerstand=20 zu leisten und Nord-Korea zu Hilfe kam und als wir den=20 US-Imperialisten einen Schlag versetzten.

  =20 Die Linie von Wang = Ming war in=20 Wirklichkeit Stalins Linie. Sie f=FChrte dazu, dass neunzig = Prozent=20 unserer St=FCtzpunkte zerst=F6rt werden konnte und = einhundert Prozent in=20 den wei=DFen Gebieten. Der Genosse Liu Shaoqi wies darauf in = seinem=20 Bericht an den Achten Parteitag hin. Warum f=FChrte er dann = aber nicht=20 offen die Verluste auf die Auswirkungen der Stalin-Linie = zur=FCck? Es=20 gibt daf=FCr eine Erkl=E4rung. Die sowjetische Partei selbst = konnte=20 Stalin kritisieren; aber f=FCr uns kam es nicht in Frage, = ihn zu=20 kritisieren. Wir mussten gute Beziehungen mit der = Sowjetunion=20 behalten. Vielleicht werden wir irgendwann in der Zukunft = unsere=20 Kritik publik machen. So ist es in der Welt heutzutage, denn = Tatsachen sind Tatsachen. Die Komintern machte unz=E4hlige = Fehler in=20 der Vergangenheit. Ihre Fr=FChund Sp=E4tphase war ganz in = Ordnung, aber=20 die mittlere Phase war nicht so gut: Als Lenin noch lebte, = war sie=20 in Ordnung und als Georgi Dimitroff die Verantwortung hatte. = Die=20 erste Wang-Ming-Linie beherrschte unsere Partei vier Jahre = lang und=20 die Chinesische Revolution erlitt die gr=F6=DFten Verluste. = Wang Ming=20 ist jetzt in Moskau und macht dort einen Erholungsurlaub, = aber wir=20 werden ihn dennoch in das Zentralkomitee w=E4hlen. Er ist = tats=E4chlich=20 Instrukteur f=FCr unsere Partei. Er ist Professor, ein = unbezahlbarer,=20 den man nicht f=FCr Geld kaufen kann. Er hat die ganze = Partei so=20 unterwiesen, dass sie nicht mehr seiner Linie gefolgt=20 ist..

  =20 Das war das erste = Mal, dass=20 wir Stalin gegen=FCber den K=FCrzeren zogen. Das zweite Mal = war w=E4hrend=20 des anti-japanischen Krieges. Da er Russisch konnte und gut = darin=20 war, Stalin zu schmeicheln, konnte er sich direkt mit Stalin = unterhalten. Als Stalin ihn nach China zur=FCckgeschickt = hatte,=20 versuchte er diesmal, uns in eine rechte Abweichung zu = bringen,=20 statt die linke Linie, f=FCr die er vorher eingetreten war, = zu=20 befolgen. Er machte sich stark f=FCr die Zusammenarbeit (der = KP=20 Chinas) mit der Kuomintang (der nationalistischen Partei). = Man kann=20 ihn als jemand beschreiben, der sich =91gerne herausputzt = und sich=20 selbst bei der =20 Kuomintang einladen will=92. Er wollte, dass wir von = ganzem=20 Herzen der KMT gehorchen. Das Programm der sechs Punkte, = =82as er=20 vorschlug, sollte an die Stelle unserer Politik der zehn = Punkte=20 treten. Sein Programm war gegen die Errichtung = antijapanischer=20 St=FCtzpunkte gerichtet. Er war daf=FCr, dass wir die = bewaffneten=20 Streitkr=E4fte unserer Partei aufgaben und predigte, dass, = solange=20 Jiang Jieshi (Tschiang Kai-shek F=FChrer der Kuomintang = =DCbers.) an der=20 Macht sei, es in China Frieden geben k=F6nne. Wir = berichtigten diese=20 Abweichung. Ironischerweise half uns Jiang Jieshi diesen = Fehler zu=20 berichtigen: W=E4hrend sich Wang Ming =82herausputzte und = vor Jiang=20 Jieshi katzbuckelte=92, =91gab dieser ihm eine Ohrfeige und = schmiss ihn=20 raus=92. Deshalb war Jiang Jieshi Chinas bester Instrukteur: = Er hat=20 die Menschen der ganzen Nation und unsere Parteimitglieder = erzogen.=20 Jiang gab seine Lektionen mit seinen Maschinengewehren, = w=E4hrend Wang=20 Ming uns mit seinen Worten belehrte.

  =20 Das dritte Mal war = am Ende des=20 Zweiten Weltkriegs nach Japans Kapitulation. Stalin traf = sich mit=20 Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt und beschloss, = ganz=20 China Amerika und Jiang Jieshi zu geben. An materieller und=20 moralischer Hilfe, besonders an moralischer, erhielten wir, = die=20 Kommunistische Partei, von Stalin fast gar nichts; daf=FCr=20 unterst=FCtzte er Jiang Jieshi. Dies wurde auf der Konferenz = von Jalta=20 beschlossen. Sp=E4ter erz=E4hlte Stalin Tito von dieser = Entscheidung,=20 der in seiner Autobiografie von diesem Gespr=E4ch=20 berichtet.

  =20 Erst nach der = Aufl=F6sung der=20 Komintern genossen wir mehr Freiheit. Wir hatten bereits = begonnen,=20 den Opportunismus zu kritisieren sowie die Wang-Ming-Linie = und=20 begannen mit der Berichtigungskampagne. Die Berichtigung = zielte=20 tats=E4chlich auf die Verurteilung der Fehler, die Stalin = und die=20 Komintern bei der Anleitung der Chinesischen Revolution = gemacht=20 hatten; wir sagten jedoch =FCber Stalin und die Komintern = kein=20 einziges Wort in der =D6ffentlichkeit. Irgendwann in = n=E4chster Zeit=20 werden wir dies vielleicht in der =D6ffentlichkeit tun. Es = gibt zwei=20 Erkl=E4rungen, weshalb wir Stalin und die Komintern nicht = offen  kritisierten: = Erstens: Da=20 wir ihre Anweisungen befolgten, m=FCssen wir selbst einen = Teil  der Verantwortung=20 =FCbernehmen. Niemand zwang uns, ihre Anweisungen zu = befolgen! Niemand=20 zwang uns, auf fehlerhafte Weise nach rechts und nach links=20 abzuweichen! Es gibt zwei Arten von Chinesen: Der eine ist = ein=20 Dogmatiker, der Stalins Linie voll und ganz akzeptiert; der = andere=20 ist gegen Dogmatismus und weigert sich deshalb, Stalins = Anweisungen=20 zu befolgen. Zweitens wollen wir nicht die Sowjets = ver=E4rgen, unsere=20 Beziehungen  = zur=20 Sowjetunion nicht st=F6ren. Die Komintern hat wegen dieser = Fehler nie=20 Selbstkritik ge=FCbt. =20 Auch hat die Sowjetunion diese Fehler nie erw=E4hnt. = Wir h=E4tten=20 es mit ihnen verdorben, =20 wenn wir unsere Kritik angemeldet = h=E4tten.

  =20 Das vierte Mal = war, als Moskau=20 mich als einen halben Tito oder als einen semi-Tito = betrachtete.=20 Nicht nur in der Sowjetunion, sondern auch in anderen=20 sozialistischen Staaten und in einigen nicht-sozialistischen = Staaten=20 gab es einige Leute, die Zweifel hatten, ob es in China eine = echte=20 Revolution gegeben hat.    Ihr = k=F6nntet=20 fragen, weshalb wir Stalin in China immer noch hochhalten = und sein=20 Portrait an die Wand h=E4ngen. Genossen aus Moskau haben uns = mitgeteilt, dass sie Stalins Bild nicht mehr aufh=E4ngen und = nur noch=20 Lenins und die der aktuellen F=FChrer bei Paraden vorzeigen. = Aber sie=20 haben uns nicht gefragt, es ihnen gleich zu tun. Wir finden = es sehr=20 schwierig, dem zu entsprechen. Die vier Fehler Stalins = m=FCssen aber=20 noch dem chinesischen Volk und unserer gesamten Partei = bekannt=20 gemacht werden. Unsere Lage unterscheidet sich von Eurer: = Das, was=20 Stalin Euch angetan hat, wei=DF das Volk und die ganze Welt. = In=20 unserer Partei sind die Fehler der Wang-Ming-Linie gut = bekannt. Aber=20 unsere Menschen wissen nicht, dass diese Fehler von Stalin=20 ausgingen. Nur unser Zentralkomitee war sich bewusst, dass = Stalin=20 unsere Revolution gestoppt hat und mich als halben Tito = betrachtete.=20 Wir hatten nichts dagegen, dass die Sowjetunion das Zentrum = war, das=20 der Weltrevolution, weil es der sozialistischen Bewegung = n=FCtzt.=20 Vielleicht stimmt ihr mit uns nicht in   diesem = Punkte =FCberein.=20 Ihr unterst=FCtzt vorbehaltlos Chruschtschows Kampagne der = Kritik  an Stalin, aber = wir k=F6nnen=20 das Gleiche nicht tun, weil unsere Menschen etwas dagegen = h=E4tten.=20 Bei den letzten Paraden hielten wir Portraits von Marx, = Engels,=20 Lenin und Stalin hoch und auch die von ein paar chinesischen = F=FChrern, von Mao, Liu (Shaoqi), Zhou (Enlai) und Zhu (De) = sowie die=20 anderer Bruderparteien. Jetzt haben wir beschlossen, sie = alle zu=20 =91st=FCrzen=92: es werden keine Portraits mehr = gezeigt.

  =20 Bei den = diesj=E4hrigen Maifeiern=20 fiel Botschafter Bobkoveshi (der erste jugoslawische = Botschafter in=20 der VR China =DCbers.) auf, dass in Peking keine Bilder mehr = bei der=20 Parade gezeigt wurden. Aber die Portraits von f=FCnf toten = Personen=20 Marx, Engels, Lenin und Stalin und Sun (Yat-sen) und das = einer noch=20 nicht verstorbenen Person, von Mao Tse-tung, h=E4ngen immer = noch an=20 den W=E4nden. Lassen wir sie an den W=E4nden h=E4ngen! Ihr = Jugoslawen=20 d=FCrft bemerken, dass die Sowjetunion Stalins Portrait = nicht mehr=20 aufh=E4ngt, aber dass die Chinesen es noch tun.    Bis = heute sind=20 einige Leute immer noch im Zweifel, ob unser Sozialismus = erfolgreich=20 aufgebaut werden kann und sie wollen nicht von ihrer = Behauptung=20 abgehen, dass unsere Kommunistische Partei eine = Pseudo-Partei ist.=20 Was sollen wir machen? Diese Leute essen und schlafen jeden = Tag und=20 dann posaunen sie aus, dass die Chinesische Kommunistische = Partei=20 keine richtige kommunistische Partei ist und dass der Aufbau = des=20 Sozialismus in China scheitern muss. F=FCr sie w=E4re es = sehr=20 verwunderlich, wenn der Sozialismus in China aufgebaut = werden=20 k=F6nnte! Passt auf, warnen sie. China k=F6nnte ein = imperialistisches=20 Land werden es k=F6nnte Amerika, Gro=DFbritannien und = Frankreich als=20 viertes imperialistisches Land folgen! Zur Zeit besitzt = China zwar=20 wenig Industrie und ist deshalb nicht in der Lage, ein=20 imperialistisches Land zu werden; aber China wird in hundert = Jahren=20 furchtbar sein! Tschingis Khan k=F6nnte wieder zu neuem = Leben erweckt=20 werden; deshalb k=F6nnte Europa wieder darunter leiden und = Jugoslawien=20 k=F6nnte erobert werden! Die =91gelbe Gefahr=92 muss gebannt = werden!

  =20 Es gibt = =FCberhaupt keinen=20 Grund, so etwas anzunehmen! Die KPC ist eine marxistische = Partei.=20 Das chinesische Volk ist ein friedliebendes Volk. Wir sind = der=20 Meinung, dass Aggression ein Verbrechen ist; deshalb werden = wir nie=20 einen Zentimeter Gebiet oder ein St=FCck Gras von anderen = nehmen. Wir=20 lieben den Frieden und wir sind Marxisten.    Wir = sind gegen=20 Machtpolitik in den internationalen Beziehungen. Obwohl = unsere=20 Industrie klein ist, k=F6nnen wir doch, wenn man alles = zusammen nimmt,=20 als Gro=DFmacht angesehen werden. Deshalb werden schon = einige Leute in=20 China hochm=FCtig. Wir warnen sie: =91Senkt Euren Kopf und = zieht Euren=20 Schwanz ein.=93 Als ich klein war, lehrte mich meine Mutter = oft, mich=20 zu benehmen, den =91Schwanz zwischen die Beine zu = klemmen=92. Dies ist=20 richtige Erziehung und heute sage ich das oft meinen = Genossen.    Wir = sind hier=20 bei uns gegen den =91Pan-Hanismus=92 (chinesischen = Nationalismus; Han=20 ist die gr=F6=DFte chinesische Nationalit=E4t, die etwa 95 % = der=20 Bev=F6lkerung ausmacht =DCb.). Denn diese Str=F6mung schadet = der Einheit=20 der ethnischen Gruppen. Hegemonismus und Pan-Hanismus sind = beide=20 sektiererisch. Jene mit hegemonistischen Neigungen k=FCmmern = sich nur=20 um ihre eigenen Interessen und ignorieren die anderer, = w=E4hrend jene=20 Pan-Hanisten sich nur um das Volk der Han k=FCmmern und das = Han-Volk=20 als anderen gegen=FCber =FCberlegen ansehen und so schaden = sie den=20 Interessen von Minderheiten.

  =20 Einige Leute haben = in der=20 Vergangenheit behauptet, dass China nicht die Absicht hat, = mit=20 anderen L=E4ndern Freundschaft zu schlie=DFen, sondern sich = von der=20 Sowjetunion l=F6sen will, um so zu einem St=F6renfried zu = werden. Jetzt=20 sind diese Leute auf eine Handvoll in den sozialistischen = L=E4ndern=20 zusammengeschrumpft. Ihre Zahl hat sich seit dem = Widerstandskrieg=20 gegen Amerika und der Hilfe f=FCr Korea verringert. Aber was = die=20 Imperialisten angeht, ist das ganz anders: Je st=E4rker = China wird, um=20 so mehr werden sie Angst bekommen. Sie wissen auch, dass = solange=20 China keine fortgeschrittene Industrie hat, es auch nicht so = furchtbar werden kann und solange wie es weiter auf = Menschenkraft=20 angewiesen ist. Die Sowjetunion bleibt f=FCr die = Imperialisten am=20 be=E4ngstigsten, w=E4hrend China erst an zweiter Stelle = kommt. Wovor sie=20 Angst haben, ist unsere Politik und dass wir in Asien einen = gro=DFen=20 Einfluss haben k=F6nnten. Deshalb verbreiten sie die Worte, = dass China=20 au=DFer Kontrolle geraten k=F6nnte und andere =FCberfallen = k=F6nnte usw.=20 usf.

  =20 Wir sind sehr = vorsichtig=20 geworden und bescheiden, um versuchen nicht arrogant zu = sein, halten=20 uns aber an die =91F=FCnf Prinzipien=92. Wir sind in der = Vergangenheit=20 herumgesto=DFen worden, wir wissen, wie es ist, wenn man = herumgesto=DFen=20 wird. Ihr h=E4ttet Euch genauso gef=FChlt, nicht = wahr?

  =20 Chinas Zukunft = h=E4ngt vom=20 Sozialismus ab. Es wird f=FCnfzig oder sogar hundert Jahre = dauern, um=20 China in ein reiches und m=E4chtiges Land zu verwandeln. Im = Moment=20 steht keine furchterregende Macht in Chinas Weg, um das zu=20 verhindern. China ist ein riesiges Land mit einer = Bev=F6lkerung, die=20 ein Viertel der Weltbev=F6lkerung ausmacht. Dennoch muss = sein Beitrag=20 f=FCr die Welt noch mit der Gr=F6=DFe seiner Bev=F6lkerung = in=20 =DCbereinstimmung gebracht werden und diese Situation muss = sich=20 =E4ndern, obwohl meine Generation und selbst die meines = Sohnes diese=20 Ver=E4nderungen nicht mehr erleben wird. Wie China sich in = der Zukunft=20 ver=E4ndern wird, h=E4ngt davon ab, wie China sich = entwickelt. China=20 k=F6nnte Fehler machen und korrupt werden. Die jetzige gute = Lage kann=20 schlecht werden und danach kann die gute Lage schlecht = werden. Es=20 kann aber keinen Zweifel daran geben, dass, selbst wenn sich = Chinas=20 Lage verschlechtern sollte, es nicht eine solche dekadente=20 Gesellschaft wird wie die von Jiang Jieshi.

  =20 Diese Annahme geht = von der=20 Dialektik aus. Affirmation, Negation und dann Negation der = Negation.=20 Der k=FCnftige Weg wird zwangsl=E4ufig ein gewundener = sein.

  =20 Korruption, = B=FCrokratie,=20 Hegemonismus und Arroganz k=F6nnen allesamt in China wirksam = werden.=20 Aber das chinesische Volk neigt dazu, bescheiden zu sein. Es = will=20 von anderen lernen. Eine Erkl=E4rung daf=FCr ist die, dass = wir wenig=20 =91Kapital=92 zur Verf=FCgung haben: Erstens haben wir den = Marxismus nicht=20 erfunden. Wir erlernten ihn von anderen. Zweitens haben wir = die=20 Oktoberrevolution nicht miterlebt und unsere Revolution war = erst=20 1949 erfolgreich, etwa 32 Jahre nach der Oktoberrevolution. = Drittens=20 waren wir nur eine Unterabteilung, nicht die Hauptkraft = w=E4hrend des=20 Zweiten Weltkriegs. Viertens: Da wir nur wenig moderne = Industrie=20 haben, bleibt uns nur die Landwirtschaft und einige = sch=E4bige,=20 ramponierte Werkst=E4tten. Obwohl es bei uns einige Leute = gibt, die=20 hochn=E4sig zu sein scheinen, haben sie keinen Grund dazu. = Sie k=F6nnen=20 h=F6chstens ihren Schwanz einen oder zwei Meter hochhalten. = Aber=20 k=FCnftig m=FCssen wir so etwas vermeiden: Es k=F6nnte in = zehn oder in=20 zwanzig Jahren gef=E4hrlich f=FCr uns werden und in vierzig = oder f=FCnfzig=20 Jahren k=F6nnte es noch gef=E4hrlicher werden.

  =20 Meine Genossen = lasst mich Euch=20 raten, bei Euch selbst nach diesem Potenzial Ausschau zu = halten.=20 Eure Industrie ist erheblich modernisiert worden und hat ein = gr=F6=DFeres Wachstum erfahren. Stalin hat Euch leiden = lassen und=20 deshalb ist die Gerechtigkeit auf Eurer Seite. All dies kann = jedoch=20 f=FCr Euch zu einer seelischen Belastung werden.        

Die obengenannten vier Fehler Stalins, die er in = Bezug auf=20 China begangen hat, k=F6nnen auch f=FCr uns zu einer Last = werden. Wenn=20 China in sp=E4teren Jahren industrialisiert sein wird, wird = es=20 wahrscheinlicher, dass wir =FCberheblich werden. Wenn Ihr = wieder in=20 Euer Land zur=FCckkehrt, sagt Eurer Jugend, dass wenn China = seinen=20 Schwanz in Zukunft in die H=F6he reckt, wenn er sogar = zehntausend=20 Meter hoch sein wird, dass Ihr dann China dennoch = kritisiert. Ihr=20 m=FCsst auf China aufpassen und die ganze Welt muss auf = China=20 aufpassen. Ich werde dann ganz bestimmt nicht mehr sein: Ich = werde=20 dann bereits mit Marx eine Konferenz abhalten.

  =20 Es tut uns leid, = dass wir Euch=20 verletzt haben, weswegen wir Euch sehr viel schulden. Das = T=F6ten muss=20 durch das Leben ersetzt werden und Schulden m=FCssen bar = bezahlt=20 werden. Wir haben Euch kritisiert, aber warum schweigen wir = immer=20 noch? Vor Chruschtschows Kritik an Stalin, waren wir nicht = in der=20 Lage, uns =FCber einige Dinge so direkt auszulassen wie = jetzt. In=20 meinen bisherigen Gespr=E4chen mit Botschafter Bobkoveshi = konnte ich=20 immer nur sagen, dass solange die Sowjetunion Stalin nicht=20 kritisiert, wir nicht in der Lage seien, dies zu tun. = Solange wie=20 die Sowjetunion mit Jugoslawien keine diplomatischen = Beziehungen=20 wieder aufnahm, konnten auch wir keine mit Euch herstellen = (China=20 stellte schon im Januar 1955 die diplomatischen Beziehungen = mit=20 Jugoslawien wieder her, vier Monate bevor Chruschtschow im = Mai 1955=20 nach Jugoslawien fuhr, um sich mit Tito auszus=F6hnen = =DCbers.). Jetzt=20 aber k=F6nnen diese Fragen offen diskutiert werden. Ich = habe  bereits mit den = sowjetischen=20 Genossen =FCber die vier Fehler Stalins gegen=FCber China = gesprochen.=20 Ich sprach mit dem sowjetischen Botschafter Pawel Judin = dar=FCber und=20 ich werde mit Chruschtschow dar=FCber sprechen, wenn wir uns = das=20 n=E4chste Mal treffen werden. Aber wir k=F6nnen all dies = noch nicht in=20 den Zeitungen ver=F6ffentlichen, weil die Imperialisten das = nicht=20 wissen m=FCssen. Wir k=F6nnen uns bald =FCber ein oder zwei = Fehler Stalins=20 offen unterhalten. Unsere Lage unterscheidet sich ziemlich = stark von=20 Eurer: Titos Autobiografie erw=E4hnt Stalin, weil Ihr = bereits mit der=20 Sowjetunion gebrochen habt.

  =20 Stalin trat f=FCr = den=20 dialektischen Materialismus ein, aber manchmal fehlte ihm = der=20 Materialismus und stattdessen praktizierte er die = Metaphysik. Er=20 schrieb =FCber den historischen Materialismus, aber litt = h=E4ufig unter=20 historischem Idealismus. Ein Teil seines Verhaltens wie = seine=20 Angewohnheit, Dinge bis zum =C4u=DFersten zu treiben,  sein N=E4hren = eines=20 pers=F6nlichen Mythos und das Verhalten, andere in = Verlegenheit zu=20 bringen, sind beileibe kein Zeichen von = Materialismus.

  =20 Bevor ich mich mit = Stalin=20 traf, hatte ich nicht viele Sympathien f=FCr ihn. Ich wollte = seine=20 B=FCcher nicht lesen und habe nur =91Grundlagen des = Leninismus=92 gelesen,=20 einen langen Artikel, in dem er Trotzki kritisiert und = =91Schwindlig=20 von Erfolg=92 usw. Ich mochte noch weniger seine Artikel = =FCber die=20 Chinesische Revolution. Er unterschied sich sehr stark von = Lenin:=20 Lenin teilte sein Herz mit anderen und behandelte andere als = Gleichberechtigte, aber Stalin wollte =FCber allen stehen = und andere=20 herumkommandieren. Diesen Stil kann man aus seinen B=FCchern = herauslesen. Nachdem ich ihn getroffen hatte, nahm meine = Abneigung=20 nur noch zu: Ich stritt mich viel mit ihm in Moskau. Er = hatte ein=20 reizbares Temperament. Wenn er sich aufregte, sagte er = schlimme=20 Sachen.

  =20 Ich habe zusammen = drei Sachen=20 geschrieben, in denen Stalin von mir gelobt wird. Die erste = Sache=20 schrieb ich in Yanan, anl=E4sslich seines 60igsten = Geburtstags (21.=20 Dezember 1939). Die zweite Sache war meine = Gl=FCckwunschrede, die ich=20 in Moskau (im Dezember 1949) hielt und die dritte war ein = Artikel,=20 um den mich die =91Prawda=92 nach seinem Tod 1953 (M=E4rz = 1953) gebeten=20 hatte. Anderen zu gratulieren, war mir immer zuwider, wie = von=20 anderen gratuliert zu werden. Als ich in Moskau war, um = seinen=20 Geburtstag zu feiern,.. was h=E4tte ich anderes tun sollen, = was, wenn=20 ich mich dazu entschlossen h=E4tte, ihm nicht zu = gratulieren? H=E4tte=20 ich ihn stattdessen verfluchen sollen? Nach seinem Tod = brauchte die=20 Sowjetunion unsere Unterst=FCtzung und wir wollten die = Sowjetunion=20 auch unterst=FCtzen.

  =20 Also schrieb ich = den Artikel,=20 um seine Tugenden und Erfolge anzupreisen. Diese Sache war = nicht f=FCr=20 Stalin gedacht; sie war f=FCr die Sowjetische Kommunistische = Partei=20 bestimmt. Was die Sache in Yanan angeht, so musste ich meine = privaten Gef=FChle beiseitelassen und ihn als F=FChrer eines = sozialistischen Landes behandeln. Deshalb war diese Artikel = ziemlich=20 lebhaft, w=E4hrend die anderen beiden sich aus einer = politischen=20 Notwendigkeit heraus ergaben; sie kamen weder aus meinem = Herzen noch=20 war es mein Wille. Das menschliche Leben ist nun einmal=20 widerspr=FCchlich: Deine Gef=FChle sagen dir, diese St=FCcke = nicht zu=20 schreiben, aber deine Vernunft zwingt dich, es doch zu=20 tun.

  =20 Jetzt, da Moskau = Stalin=20 kritisiert hat, k=F6nnen wir frei =FCber diese Fragen reden. = Heute=20 spreche ich zu Euch =FCber die vier Fehler von Stalin, aber = weil wir=20 die Beziehungen zur Sowjetunion aufrechterhalten wollen, = k=F6nnen wir=20 das nicht in unseren Zeitungen ver=F6ffentlichen. Weil = Chruschtschows=20 Bericht (gemeint sein Bericht auf dem 20. Parteitag der = KPdSU, vom=20 Februar 1956 =DCbers.) nur den Konflikt =FCber die = Zuckerfabrik erw=E4hnt,=20 als er Stalins Fehler, uns betreffend, diskutierte, sind wir = der=20 Meinung, dass es nicht angebracht ist, sie zu = ver=F6ffentlichen. Es=20 gibt noch andere Fragen, Konflikte und Auseinandersetzungen=20 betreffend.

  =20 Allgemein kann man = sagen: Die=20 Sowjetunion ist gut. Sie ist gut aus vier Gr=FCnden:=20 Marxismus-Leninismus, Oktoberrevolution, die Hauptkraft (das = sozialistische Lager) und Industrialisierung. Sie hat ihre = negativen=20 Seiten und sie haben Fehler gemacht. Aber ihre = Errungenschaften sind=20 das Wichtigste ihrer Vergangenheit, w=E4hrend die = M=E4ngel  zweitrangiger = Natur sind.=20 Jetzt, wo der Gegner sich die Kritik an Stalin zunutze macht = und=20 weltweit in die Offensive geht, sollten wir die Sowjetunion=20 unterst=FCtzen. Sie werden ganz sicher ihre Fehler = korrigieren.=20 Chruschtschow hat bereits den Fehler in Sachen Jugoslawien=20 berichtigt. Ihnen sind bereits die Fehler Wang Mings bewusst = geworden, obwohl sie in der Vergangenheit nicht so gerne = sahen, wenn=20 wir Wang Ming kritisierten. =20 Sie haben auch das Etikett =91halber Tito=92 von mir = entfernt,=20 womit sie auch die Etiketten von den anderthalb Titos = beseitigten.=20 Wir freuen uns auch, dass Titos Etikett beseitigt = wurde.

  =20 Einige unserer = Leute k=F6nnen=20 sich noch nicht mit der Kritik an Stalin anfreunden. Aber = eine=20 solche Kritik hat positive Auswirkungen, weil dadurch = Mythologien=20 zerst=F6rt werden und weil dadurch schwarze K=E4sten = aufgemacht werden.=20 Das hat etwas Befreiendes, das ist ein = =91Befreiungskrieg=92. Dadurch=20 werden die Leute so mutig, dass sie offen ihre Meinung sagen = und=20 auch =FCber Fragen ins Nachdenken kommen.

  =20 Freiheit, = Gleichheit und=20 Br=FCderlichkeit sind die Parolen der Bourgeiosie, aber = jetzt m=FCssen=20 wir f=FCr sie k=E4mpfen. Ist unsere Beziehung zu Moskau eine = Vater-Sohn-Beziehung oder eine zwischen Br=FCdern? Es war = eine=20 zwischen Vater und Sohn in der Vergangenheit; jetzt =E4hnelt = sie mehr=20 oder weniger einer br=FCderlichen Beziehung, aber der = Schatten der=20 VaterSohn-Beziehung ist noch nicht ganz verschwunden. Dies = ist ganz=20 verst=E4ndlich, weil Ver=E4nderungen sich nicht an einem = einzigen Tag=20 vollziehen. Mit einer gewissen Aufgeschlossenheit sind die = Menschen=20 jetzt in der Lage, frei und unabh=E4ngig zu denken. Jetzt = besteht in=20 gewissem Sinne eine Atmosph=E4re des Anti-Feudalismus: Eine=20 Vater-Sohn-Beziehung weicht einer br=FCderlichen Beziehung = und ein=20 patriarchaischen System wird gest=FCrzt. Zu Stalins Zeiten = wurde der=20 Geist der Menschen so streng kontrolliert, dass dies selbst = die=20 feudalistische Gedankenkontrolle =FCbertraf. W=E4hrend = einige=20 aufgekl=E4rte Feudalherrn oder Kaiser Kritik akzeptierten, = duldete=20 Stalin gar keine. Es kann sein, dass Jugoslawien in seiner=20 Geschichte einmal einen solchen Herrscher haben wird, der = sich=20 nichts daraus macht, selbst wenn ihn die Leute ihm ihre = Fl=FCche ins=20 Gesicht schleudern. Die kapitalistische Gesellschaft ist = einen=20 Schritt =FCber die feudale Gesellschaft hinausgekommen. Die=20 republikanische und die demokratische Partei in den = Vereinigten=20 Staaten haben das Recht sich zu zanken.

  =20 Wir = sozialistischen L=E4nder=20 m=FCssen bessere L=F6sungen finden. Gewiss ben=F6tigen wir = eine=20 Konzentration und eine Gleichartigkeit; sonst kann die=20 Gleichartigkeit nicht weiterbestehen. Die Gleichartigkeit im = Denken=20 der Menschen n=FCtzt uns; dadurch werden wir in die Lage = versetzt, die=20 Industrialisierung in einer kurzen Zeitspanne = durchzuf=FChren und mit=20 den Imperialisten klarzukommen. Aber damit sind auch einige=20 Nachteile verbunden, d.h. den Leuten wird Angst gemacht, = ihre=20 Meinung zu sagen. Deshalb m=FCssen wir nach Wegen suchen, = dass die=20 Leute frei ihre Meinung sagen. Die Genossen unseres  Politb=FCros haben = sich=20 k=FCrzlich mit diesen Fragen besch=E4ftigt.

  =20 Nur wenige = Menschen in China=20 haben mich je offen kritisiert. Die chinesischen Menschen = sehen mir=20 meine M=E4ngel und Fehler nach. Das liegt daran, dass wir = immer den=20 Menschen dienen wollen und gute Dinge f=FCr die Menschen tun = wollen.=20 Obwohl wir auch manchmal unter autorit=E4rem Verhalten und = B=FCrokratie=20 leiden, glauben die Menschen, dass wir mehr gute Sachen als=20 schlechte gemacht haben, mit dem Ergebnis, dass sie uns mehr = loben=20 als kritisieren. Daraus folgt, dass ein Idol geschaffen = wird: Wenn=20 einige Leute mich kritisieren, w=FCrden andere dagegen = auftreten und=20 sie beschuldigen, dem F=FChrer keine Achtung zu = zeigen.

  =20 Jeden Tag erhalte = ich und die=20 anderen Genossen der zentralen F=FChrung etwa dreihundert = Briefe,=20 darunter einige, die uns kritisieren. Diese Briefe sind = jedoch dann=20 nicht unterschrieben worden oder mit einem falschen Namen = versehen.=20 Die Verfasser haben keine Angst, dass wir sie bestrafen = w=FCrden, aber=20 sie haben Angst, dass andere aus ihrer Umgebung gegen sie = vorgehen=20 k=F6nnten.   =20 Ihr erw=E4hntet =91=DCber die zehn Beziehungen=92 = (ein Hauptwerk Mao=20 Tse-tungs aus den =20 50iger Jahren =DCbers.). Das war das Ergebnis einer = anderthalb=20 monatigen Diskussion zwischen mir und den 34 Mitgliedern der = Regierung. Welche Meinung h=E4tte ich ohne sie vorbringen = k=F6nnen?=20 Alles, was ich tat, bestand darin, ihre Vorschl=E4ge = zusammenzufassen=20 und ich habe =FCberhaupt nichts Neues hinzugef=FCgt. Jedes = Produkt=20 erfordert Material und Fabriken. Meine ganze Ausstattung ist = veraltet. Ich muss mich verbessern und mich neu = ausstaffieren so wie=20 die Fabriken in Gro=DFbritannien dies m=FCssen. Ich werde = alt und kann=20 nicht mehr die Hauptrolle spielen und muss mich auf eine=20 untergeordnete Rolle beschr=E4nken. Wie Ihr gesehen habt, = spielte ich=20 auf dem Parteitag (September 1956 =DCbers.) nur eine kleine = Rolle,=20 w=E4hrend Liu Shaoqi, Zhou Enlai, Deng Xiaoping und andere = die  Hauptrollen=20 =FCbernahmen.=93

= zur=FCck

Anmerkung des=20 =DCbersetzers =

Winston Churchill schuf im Juli 1940 die =91Special = Operations=20 Executive=92 (SOE), eine Spezialtruppe des britischen=20 Auslandsgeheimdienstes MI 6, um geheime Operationen im von = den Nazis=20 besetzten Europa, so auch in Jugoslawien, durchzuf=FChren.=20 SOEEinheiten, als Spezialeinheiten des britischen = Geheimdienstes,=20 k=E4mpften Seite an Seite mit Titos Partisanen. Aus dieser=20 Zusammenarbeit ging sp=E4ter die Anerkennung Titos durch die = Westm=E4chte hervor (Vgl: R. G. Grant: =91MI 5/Mi 6 = Britain=92s Security=20 and Secret  = Intelligence=20 Services=92, London 1989, S. 79). Zwischen 1950 und 1954 = gew=E4hrten die=20 USA  = Tito-Jugoslawien=20 etwa 1 Mrd US$ an =91Milit=E4rhilfe=92, um es in ein = Aufmarschgebiet gegen=20 die damals noch sozialistische Sowjetunion zu = verwandeln.  =

Auf Seite 75 des besagten Buches sieht man = britische=20 Geheimdienstler des SOE zusammen mit Tito-Partisanen.=20

Schlusswort des=20 =DCbersetzers:=20

Stalin hatte einen Namen f=FCr Mao Tse-tung:  =84Pestschany = marksist=93=20 (=91Sandkastenmarxist=92 =3D jemand, der nur mit dem = Marxismus spielt).=20 (Strobe Talbott, Hrsg., =91Chruschtschow erinnert sich=92,=20 Reinbek/Hamburg 1971, S. 464).

Er nannte ihn auch =91Margarinekommunist=92, also = einen=20 Pseudokommunisten, einen =91Zweiten Tito=92 oder einen = =91halben Tito=92,=20 was auch durch dieses Dokument belegt wird. Es ist also = belegt, dass=20 es zwischen Stalin und Mao Tse-tung einen = un=FCberbr=FCckbaren Gegensatz=20 gab. Maoistische Organisationen pflegen jedoch ihren = Mitgliedern=20 einzureden, dass Mao Tse-tung hinter Stalin stand, ihn = aufrichtig=20 verteidigte ... Wir erfahren jedoch durch dieses Dokument, = dass dies=20 eine rein taktische Ma=DFnahme seitens Mao Tse-tungs war, = der nicht in=20 der gleichen Weise wie der Revisionist Chruschtschow mit = Stalin=20 abrechnen konnte. Der Grund: Es gab 1956 zwar keine=20 marxistisch-leninistische Fraktion mehr in der Chinesischen=20 Kommunistischen Partei die marxistische Gruppe um Kao Kang = und Jao=20 Shu-shi war bereits 1954 liquidiert worden; Kao Kang starb = angeblich=20 durch =91Selbstmord=92 im Gef=E4ngnis, nachdem er als = =91Parteifeind=92 aus=20 dem ZK und der Partei ausgeschlossen worden war aber im = chinesischen=20 Volk genoss Stalin auch zu dieser Zeit noch ungeheure = Sympathien,=20 was Mao Tse-tung selbst in diesem Gespr=E4ch zugeben muss. = Viele=20 h=E4tten eine offene Kritik an Stalin nicht verstanden. Also = musste=20 man  taktisch = vorgehen,=20 durfte nur =91einen oder zwei=92 Kritikpunkte an Stalin = =F6ffentlich=20 machen, keinesfalls jedoch =91gleich alle vier=92!=20

Kowaljow, Stalins Vertreter in Nordchina, der f=FCr = den Aufbau=20 des Eisenbahnnetzes von Stalin nach China geschickt worden = war, der=20 engen Kontakt zu Kao Kang pflegte, schrieb einen Brief an = Stalin und=20 berichtete ihm =FCber den desolaten Zustand der Chinesischen = Kommunistischen Partei, dass es in ihr von proamerikanischen = und=20 antisowjetischen Elemente nur so wimmele. Sp=E4ter = behauptete Mao=20 Tse-tung gegen=FCber dem sowjetischen Botschafter in Peking, = Pawel=20 Judin, Kao Kang habe Kowalew die Feder gef=FChrt. Nein, = Kowaljow hatte=20 Mao Tse-tung auf seiner mehrw=F6chigen Reise 1949 durch die=20 Sowjetunion begleitet und ihn gut kennengelernt. Mao = Tse-tung f=FChlte=20 sich auf dieser Reise dann so =91genervt=92, dass er von = sich gab:=20

=84Ich werde jetzt nur noch drei Dinge tun: Essen, = trinken und=20 schei=DFen.=93 (Protkoll der Unterhaltung zwischen Mao = Tse-tung und=20 Botschafter Judin,  = 22.=20 Juli 1958, Quelle: Mao Zedong Waijiao Wenxuan, 322-333 = http://=20 = wwics.si.edu/index.cfm?fuseaction=3Dlibrary.document?topic_id=3D1409&= id=3D157,  Archivmaterial = bei: Cold War=20 International History Project, Woodrow Wilson Center).=20

Aber worum ging es bei diesem un=FCberbr=FCckbaren = Gegensatz=20 zwischen Stalin und Mao Tse-tung inhaltlich? Warum = bezeichnet ihn=20 Stalin als einen =91Sandkastenmarxisten=92? Stalin = durchschaute, dass=20 Mao Tse-tung kein Marxist-Leninist war. Er durch schaute, = dass er=20 grundlegenden Prinzipien des Marxismus-Leninismus feindlich=20 gegen=FCberstand. Zu diesen grundlegenden Prinzipien des=20 Marxismus-Leninsmus =20 geh=F6rt zum Beispiel die Einsicht, dass es kein = friedliches=20 Hineinwachsen in den Sozialismus (wie Nikolai Bucharin dies = f=FCr die=20 Sowjetunion damals vertrat) geben kann, dass die Macht der=20 Bourgeoisie nur im harten Klassenkampf gewaltsam = =FCberwunden werden=20 kann, dass der Klassenkampf sogar im Sozialismus noch mit = aller=20 H=E4rte weitergeht und dass sich nur durch die Errichtung = der Diktatur=20 des  = Proletariats im=20 B=FCndnis mit anderen fortschrittlichen Klassen und = Schichten der=20 Sozialismus aufbauen l=E4sst.

In den =91Zehn gro=DFen Beziehungen=92, die Mao = Tse-tung 1956 nach=20 dem 20. Parteitag der KPdSU (Februar 1956), auf dem die=20 Revisionisten mit Nikita S. Chruschtschow an der Spitze = nicht nur=20 Stalin, sondern auch und gerade die tragenden Prinzipien des = Marxismus-Leninismus verurteilten (das steckte hinter der=20 Stalin-Verurteilung. Es geht in der Politik weniger um = Personen,=20 sondern darum, wof=FCr diese Personen stehen) eine = Verurteilung, die=20 von der Chinesischen Kommunistischen Partei in einer = Erkl=E4rung auf=20 ihrem Parteitag, der auch 1956 stattfand, gutgehei=DFen = wurde tritt=20 Mao Tse-tung ausdr=FCcklich f=FCr die Duldung rechter = Parteien und f=FCr=20 ihre volle Entfaltungsfreiheit ein, er tritt daf=FCr ein, = die=20 Leichtindustrie und die Landwirtschaft gegen=FCber der = Schwerindustrie=20 st=E4rker zu f=F6rdern, ... und zeigt damit, dass er das = Konzept der=20 Revisionisten in Moskau, das auf dem 20. Parteitag zur = schrittweisen=20 Unterh=F6hlung der Grundlagen des sowjetischen Sozialismus = entwickelt=20 worden war, gut verstanden hatte und auch in  China umzusetzen=20 gedachte. =20

Diese Selbstentlarvung Mao Tse-tungs als = revisionistischer=20 Politiker erfolgt aber erst drei Jahre nach Stalins Tod. = Jetzt,=20 nachdem die Marxisten-Leninisten in Moskau liquidiert worden = sind=20 und wir wissen heute, dass Stalin von Revisionisten = liquidiert wurde=20 und nicht eines nat=FCrlichen Todes starb jetzt, wo es keine = Dikatur=20 des Proletariats in der Sowjetunion mehr gibt, kann auch = der  heimliche = Revisionist Mao=20 Tse-tung offener seine revisionistischen Konzepte und die = der hinter=20 ihm stehenden Teile der chinesischen Bourgeoisie ausbreiten. = Allerdings ist er immer noch gezwungen, diesen=20 =91Sandkasten-Marxismus=92 als =91sozialistisch=92, = =91kommunistisch=92 und=20 =91proletarisch=92 zu verkaufen, um sich nicht vorzeitig zu=20 entlarven. =20

Erst viel sp=E4ter, nach der =91Gro=DFen = Proletarischen=20 Kulturrevolution=92, die in Wirklichkeit weder =91gro=DF=92, = noch=20 =91proletarisch=92 noch eine echte =91Revolution=92 war und = nichts mit=20 =91Kultur=92 zu tun hatte, sondern mit einem Machtkampf = zwischen zwei=20 b=FCrgerlichen Fraktionen innerhalb der Chinesischen = Kommunistischen=20 Partei, konnte Mao Tse-tung es riskieren, sein wahres = Gesicht=20 zu  zeigen: = Die Nixonund=20 Kissinger-Besuche in Peking und die damit einhergehende = offene=20 Orientierung auf und an dem US-Imperialismus sprechen eine = deutliche=20 Sprache: Mao Tse-tung erweist sich erst jetzt als der, der = er in=20 Wirklichkeit immer gewesen war: ein Feind des chinesischen=20 Sozialismus, ein Feind des vietnamesischen Volkes, dem er = seine=20 Unterst=FCtzung zugunsten der reaktion=E4rsten = imperialistischen Kr=E4fte=20 der USA verweigert, ein Feind des antiimperialistischen=20 Befreiungskampfes der V=F6lker in Asien, Afrika und = Lateinamerika (die=20 faschistische chilenische Junta wird nicht nur diplomatisch=20 anerkannt, sondern erh=E4lt, ebenso wie Mobuto aus Zaire = gro=DFz=FCgige=20 Finanzhilfen, Mao unterst=FCtzt die von der CIA gegr=FCndete = konterrevolution=E4re =91UNITA=92 in Afrika, usw. usf.). = Viele andere=20 Beispiele seiner mit der =91Theorie der Drei Welten=92 = begr=FCndeten=20 offenen Hinwendung zum US-Imperialismus, die er jetzt = vollzieht,=20 nachdem der Machtkampf gegen die  Vertreter der = nationalen=20 Bourgeoisie um Liu Shao-shi am Ende der = =91Kulturrevolution=92  gewonnen ist, = lie=DFen sich=20 anf=FChren.

Aber in diesem Gespr=E4ch mit der jugoslawischen = Delegation=20 zeigt er schon, dass er auf der Seite der Titoisten steht, = dass die=20 Verurteilung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens durch = das=20 Kominform-B=FCro 1948 auch durch die Chinesische = Kommunistische Partei=20 nur ein Bluff war, die nur zum Schein mitvollzogen wurde.( = =C4hnliches=20 gilt =FCbrigens auch f=FCr die Teilnahme am Korea-Krieg). = Wenn Mao=20 Tse-tung also die Titoisten unterst=FCtzt, die schon = w=E4hrend des=20 Krieges mit dem britischen Geheimdienst MI6 = zusammenarbeiteten und=20 von den Briten massiv milit=E4risch unterst=FCtzt wurden, um = ein=20 Bollwerk gegen die sozialistische Sowjetunion in einem=20 Nachkriegseuropa zu bilden, dann zeigt er, dass er genauso = wie Tito=20 ein Feind des Sozialismus war, es aber wie dieser = hervorragend=20 verstand, dies zu Lebzeiten Stalins, zu Zeiten, als der = Sozialismus=20 in der Sowjetunion noch Bestand hatte und in aller Welt = hohes=20 Ansehen genoss, hinter pseudolinken  und hohlen = revolution=E4ren=20 Phrasen zu tarnen wusste, ja diese =91linke=92 Tarnung  zu einer wahren=20 Meisterschaft entwickelte.

Es ist bezeichnend, dass auch Tito (nach der = Verurteilung=20 durch das Kominform-B=FCro) eine Reihe linkssektiererischer = Ma=DFnahmen=20 ergriff, um den Verrat am Sozialismus und den =DCbergang ins = imperialistische Lager, von dem er ab etwa 1950 massive = Milit=E4rhilfe=20 bekam, zu verschleiern. W=E4hrend Tito einerseits  = Marxisten-Leninisten wie=20 Zujovic und Hebrang, die die Resolution des Kominform als=20 hochrangige Parteimitglieder unterst=FCtzten, verhaften und = sp=E4ter f=FCr=20 alle =91Kominformisten=92 das Konzentrationslager =91Goli = Otok=92 (=91kahler=20 H=FCgel=92) errichten lie=DF, wo diese aufrechten=20 marxistisch-leninistischen K=E4mpfer misshandelt und = gequ=E4lt wurden,=20 (Vgl. Roter Morgen, September, 2003, S. 7, den Bericht der=20 Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 04.08.   2003 = zitierend),=20 erlie=DFen f=FChrende Funktion=E4re Titos in   =84gro=DFer = Eile neue=20 Gesetzesma=DFnahmen =FCber die Verstaatlichung der = Kleinindustrie und=20 des Kleinhandels..., deren Durchf=FChrung absolut nicht = vorbereitet=20 war und die mit R=FCcksicht auf diese Eile nur die = Versorgung der=20 jugoslawischen Bev=F6lkerung erschweren konnte.=93 (=91Der = Kampf J. W.=20 Stalins und der Kominform gegen den Titorevisionismus=92, = hrsg., vom=20 marxistisch-leninistischen Studienkreis, Wien 1979, S. 15).=20

Um ihre Tarnkappe als Agenten des US-Imperialismus = nicht=20 ablegen zu m=FCssen, verk=FCndeten sie kurzer Zeit darauf = sogar, dass=20 sie eine Politik der  = =84Liquidierung der kapitalistischen Elemente=93(!!) = (Ebenda, S.=20 16).  = durchf=FChren=20 w=FCrden. In Wirklichkeit waren sie dabei, die = =91Kominformisten=92, also=20 die marxistisch-leninistischen Kr=E4fte im eigenen Land mit = einer=20 Systematik zu liquidieren, die an den Naziterror kurz nach = dem=20 Naziputsch in Deutschland erinnert. Selbst die Frankfurter=20 Allgemeine Zeitung muss zugeben, dass in Titos KZs gefoltert = und=20 gemordet wurde (Vgl. =91Roter Morgen=92, ebenda). Aber die = Leute, die=20 dort folterten waren der FAZ zufolge nat=FCrlich keine = Titofaschisten,=20 sondern selbstverst=E4ndlich =91Kommunisten=92! =

Und Mao Tse-tung? Auch er verfolgte die = Marxisten-Leninsten=20 in seinem eigenen Land mit =E4hnlicher Konsequenz: Kao Kang, = ein=20 Vertrauter Stalins,  = der=20 die Prinzipien eines sozialistischen Aufbaus in Chinas = bef=FCrwortete,=20 und von Stalin unterst=FCtzt wurde, wurde nach Peking = gelockt, um ihn=20 dort auszuschalten. Nach der Verhaftung und Ermordung = Berijas, des=20 letzten Hindernisses f=FCr die Chruschtschow-Revisionisten, = um ihre=20 konterrevolution=E4re Diktatur in der Sowjetunion zu = errichten, konnte=20 der revisionistische Sowjetbotschafter in Peking, Pawel = Judin, auch=20 f=FCr Mao Tse-tung gr=FCnes Licht geben. Da die = Revisionisten (im Juli=20 1953) endg=FCltig die Macht =FCbernommen hatten, konnte man = nun auch in=20 Peking mit aller H=E4rte gegen =20 die einflussreiche Fraktion um Kao Kang und Jao = Shu-shi=20 vorgehen. Es  = hie=DF, sie=20 h=E4tten ein =91parteifeindliches B=FCndnis=92 gegr=FCndet. = Eigentlich f=FCr Mao=20 kein Grund, jemanden deswegen zu verhaften, tritt er doch in = seinen=20 =91Zehn gro=DFen Beziehungen=92 f=FCr das offene Auftreten = von=20 Andersdenkenden aller Schattierungen ein. Aber bei=20 Marxisten-Leninisten hatte Maos Liberalismus und = =91humane=92 Behandlung=20 von politischen Gegners seine Grenze. Kao-Kang =91starb=92 = im Gef=E4ngnis=20 (1954). Es hie=DF, er habe =91Selbstmord=92 begangen und = dadurch erst=20 recht (!) sein =91parteifeindliches Wesen=92 offenbart. Der = sowjetischer=20 Historiker Konstantin Pleschakow ist da anderer Meinung: Kao = sei=20 von   = maoistischen=20 Schergen ermordet worden.

Noch einmal zur=FCck zum = =91Sandkasten=92-Marxisten: Der=20 US-Sicherheitsberater Richard Nixons, Henry Kissinger, der = Nixon auf=20 seinen Besuchen nach China Anfang der 70iger Jahre = begleitete,=20 zitiert in seinen Memoiren =20 Mao Tse-tung:

=84Ich glaube im Allgemeinen klingen Leute wie ich = wie gro=DFe=20 Kanonen, wenn wir etwa sagen, =91die ganze Welt sollte sich=20 vereinigen, den Imperialismus, den Revisionismus und alle=20 Reaktion=E4re zu vernichten und den Sozialismus = aufzubauen=92.=93 (Henry=20 A. Kissinger, =91Memoiren=92, 1968-1973=92, M=FCnchen = 1979,  S. 1125).=20

Dazu Kissinger:

=84Bei der Vorstellung, dass irgendjemand ein = Jahrzehntealtes=20 Schlagwort, das auf jeder chinesischen Wandzeitung zu lesen = war,=20 ernst nehmen k=F6nnte, brach Mao in schallendes Gel=E4chter = aus und  Tschou stimmte = ein. Im=20 Umgang mit uns spielte die Ideologie f=FCr die chinesischen = F=FChrer=20 keine Rolle.=93 (Ebenda).

Mit dem jahrzehntealten Schlagwort war der =91Kampf = gegen den=20 US-Imperialismus=92 gemeint. In Peking waren noch nicht alle = Wandzeitungen dieser Art bei Kissingers und Nixons Besuchen = entfernt=20 worden.

Der =91Antiimperialist=92 Mao Tse-tung begr=FC=DFt = Richard Nixon in=20 Peking mit folgenden Worten, seine rechte Hand in beide = H=E4nde=20 nehmend:

=84Unser gemeinsamer Freund Generalissimo Tschiang = Kai-schek=20 wird  nicht = damit=20 einverstanden sein.=93 (Ebenda, S. 1122). =

Und Kissinger wei=DF au=DFerdem =FCber diesen = =91geschworenen Gegner=20 des US-Imperialismus=92 zu berichten:

=84Sehr interessant war Maos Feststellung, = konservative=20 Politiker seien  = ihm=20 lieber... Er sagte dem erstaunten Nixon: Bei den letzten = Wahlen habe=20 ich Ihnen meine Stimme gegeben. Die Leute sagen, Sie seien = ein=20 Rechter die republikanische Partei stehe rechts, und auch=20 Premierminister Heath (konservativer britischer = Premierminister=20 Anfang der 70iger Jahre =DCbers.) stehe rechts. ... Ich bin = eigentlich=20 ganz froh, wenn diese Leute von der Rechten an die Macht = kommen.=93=20 (Ebenda, S. 1123).  =20

Die chinesischen Revisionisten Mao Tse-tung und = Tschou=20 En-lai, Maos sp=E4terer Au=DFenminister und rechte Hand, = spielten=20 scheinbar nicht nur mit Sand, sondern auch mit = Spielzeugkanonen=20 =91Marxismus-Leninismus=92 und =91Anti-Imperialismus=92. = Henry Kissinger=20 nach einer Begegnung mit Tschou:

=84Wenige Minuten sp=E4ter sagte Tschou En-lai zu = mir: Wir=20 sollten auf Pekings Taten und nicht auf seine Rhetorik = achten; mit=20 der antiamerikanischen Propaganda w=FCrden =91nicht geladene = Kanonen=92=20 abgeschossen.=93 (Ebenda, S. 828).

Mao Tse-tung, wie sich herausstellt, war ein=20 =91nicht-geladener=92 Marxist, ein marxis = tisch-leninistischer=20 Papiertiger und Sympathisant von =91Tricky Dickie=92, der = nur wenige=20 Jahre sp=E4ter in die Watergate-Aff=E4re verstrickt und im=20 amerikanischen Volk wegen =20 seiner zwielichtigen Tricks und Abh=F6raff=E4ren, die = sogar dem=20 =91demokratischen=92 Establishment der USA zu weit gingen, = so dass er=20 als Pr=E4sident nicht mehr tragbar erschien, mit so viel = Verachtung=20 und Misstrauen bedacht wurde, dass der Spruch die Runde = machte:=20 =91Would you buy a second-hand car from this man=92? = (W=FCrden Sie von=20 diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen?). Mao Tse-tung in = =91bester=92=20 Gesellschaft.

Dieser Mao Tse-tung entpuppt sich f=FCnf Jahr vor = seinem Tod=20 als Lakai des USImperialismus und =91Freund Tschiang = Kai-scheks=92 und=20 verh=F6hnt damit sogar den antiimperialistischen = chinesischen=20 Befreiungskampf, dem er seinen Machtantritt im Oktober 1949=20 verdankte.

Er landete exakt dort, wo auch sein Freund Tito = gelandet ist:=20 in der Umarmung des =20 Gro=DFen Bruders, des US-Imperialismus. Wer ihn uns = auch heute=20 noch als =91gro=DFen  = proletarischen Revolution=E4r=92 verkaufen will und = seine=20 =91Mao-Tse-tung-Ideen=92 als eine =20 =91sch=F6pferische Weiterentwicklung des = Marxismus-Leninismus=92,=20 der kann entweder  = nicht=20 pseudorevolution=E4re Rhethorik von tats=E4chlicher Politik=20 unterscheiden oder verschlie=DFt bewusst die Augen vor den = Tatsachen.=20 Aber beides: fehlendes Unterscheidungsverm=F6gen oder = Blindheit kann=20 nicht die Grundlage f=FCr eine richtige = marxistisch-leninistische=20 Politik abgeben. Wer darauf heute, im 21. Jahrhundert, eine=20 angeblich fortschrittliche, an den Interessen der deutschen=20 Arbeiterklasse orientierte Politik gr=FCnden will, wie es = maoistische=20 Gruppen und Parteien, allen voran die =91ML=92PD, tun, muss = und wird=20 zwangsl=E4ufig fr=FCher oder sp=E4ter=20 scheitern.

= zur=FCck

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